Politik : “Wir stehen total hinter ‘Grün pur’“
NRZ – Duisburg, 19.02.2010, Götz Middeldorf
Duisburg. Für die Grünen gibt es zur Zeit keine Diskussion über feste Kooperationen im Stadtrat.
Carmen Müller, neue Vorstands-Sprecherin der Duisburger Grünen. Foto: NRZ
„Grün pur” – diese von der Mitgliederversammlung im Herbst vorgegebene Linie unterstützt das neue Vorstands-Team der Duisburger Grünen. „Wir stehen total hinter ‘Grün pur’”, sagten die neuen Vorstands-Sprecher Carmen Müller und Matthias Schneider im NRZ-Gespräch. Damit machten sie deutlich, dass es für die Grünen zur Zeit keine Diskussion über feste Kooperationen im Stadtrat gibt. Müller und Schneider sehen ihre Partei dabei in einer guten Ausgangslage: „Denn im Stadtrat kann keines der beiden Lager ohne uns”, so Schneider.
Für eine Mehrheit sind SPD und Linke ebenso auf die sechs Stadtrats-Grünen angewiesen wie CDU, FDP und DWG. Das bringt die Grünen in die komfortabele Position, mit allen reden zu können und dabei möglichst viele grüne Inhalte herauszuholen. Matthias Schneider, machte aber auch deutlich, dass es beim Vergleich der Wahlprogramme grundsätzlich eine größere Nähe zur SPD und zur Linken gebe als zu den Christdemokraten oder zur FDP. „Und grün heißt doch eigentlich links…”
Matthias Schneider, neuer Vorstands-Sprecher der Duisburger Grünen. Foto: NRZ
Intern haben sich Carmen Müller und Matthias Schneider mit ihren sechs Vorstands-Kolleginnen und Kollegen vorgenommen, die Duisburger Grünen zu einen und nach Außen als geschlossene Partei aufzutreten. Auch wenn sie darüber nicht gerne sprechen, so ist es kein Geheimnis, dass es vor und nach der Kommunalwahl im September Richtungskämpfe innerhalb der Partei gab: Auf der einen Seite die Gruppe um die Fraktions-Chefs Doris Janicki und Dieter Kantel mit ihrer Nähe zur CDU, auf der anderen Seite die grün-linke Strömung, für die unter anderem der neue Vorstands-Sprecher Schneider steht. „Wir wollen beide Strömungen unter einen Hut bringen”, sagt Matthias Schneider. „Es wird nicht mehr so sein, dass einer der beiden Flügel nicht gehört wird!” Genau dies war in der Vergangenheit der Fall, als Janicki und Kantel nicht nur in der Fraktion sondern auch in der Partei ihre grün-liberalen Vorstellungen durchsetzen konnten.
Ob es in absehbarer Zeit eine Aussage für eine Stadtrats-Kooperation geben wird, ließen Carmen Müller und Matthias Schneider gegenüber der NRZ offen: „Jetzt geht’s und erst einmal um die Haushaltsberatungen, dann kommt am 9. Mai die Landtagswahl – und ob es Bündnisoptionen geben wird, müssen wir dann noch einmal ausloten!”
Quelle: http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/Wir-stehen-total-hinter-Gruen-pur-id2611367.html
Linksrutsch bei Duisburger Grünen
Der neue Vorstand will den „grün-linken Flügel” künftig stärker einbinden und der Partei wieder ein eigenes Profil geben. Beobachter sprechen gar vom „Linksrutsch”.
Matthias Schneider wurde mit Carmen Müller zum neuen Vorstands-Team der Duisburger Grünen gewählt.
Die Grünen haben am Samstag einen neuen Vorstand gewählt – und damit auch einen politischen Richtungswechsel eingeleitet. Beobachter sprechen gar vom „Linksrutsch”.
Als neuer Vorstandssprecher wurde Matthias Schneider (50) gewählt, der innerhalb der zerstrittenen Partei als „Basis-Grüner” oder „Linker” gilt und als Kritiker der bisherigen Fraktions-Chefs Dieter Kantel und Doris Janicki. Matthias Schneider, der als Systemanalytiker ein Software-Unternehmen leitet, ist seit 2005 Mitglied der Grünen. Er kandidierte bei der Bundestagswahl vergangenen Herbst im Duisburger Norden für den Bundestag und ist stellvertretender Bezirksbürgermeister für Ruhrort/Homberg/Baerl.
Als gleichberechtigte Vorstandssprecherin wurde Carmen Müller gewählt, die zusammen mit Schneider und dem neuen Kassierer Dirk Schönhagen den geschäftsführenden Vorstand der Duisburger Grünen bilden.
Während der bisherige Vorstandssprecher Reiner Neumann wie angekündigt aus persönlichen Gründen nicht mehr kandidierte, bleiben Helena Lischka und Lütfiye Dogan im Vorstand. Das nun achtköpfige Vorstands-Team vervollständigen als Neulinge Gerwin Ruske (bis Ende 2009 Sprecher der Grünen Jugend), Sait Keles (bis September Mitglied des Stadtrates) und Sina Jäger.
Info Landtags-Kandidaten
Vier Kandidaten wurden gewählt
Für die Landtagswahl wurden von den grünen als Kandidaten nominiert: Carmen Müller (Stadtbezirk Süd, Duissern, Neudorf, Wanheimerort), Sait Keles (Stadtbezirk Rheinhausen, Alt-Homberg, Hochhausen, Baerl), Ralf Welters (Stadtbezirke Hamborn und Walsum) und Riza Kurc (Meiderich/Beeck, Ruhrort, Altstadt, Neuenkamp, Kaßlerfeld, Dellviertel, Hochfeld).
Matthias Schneider betonte vor der Mitgliederversammlung, die Partei im Sinne des Wahlprogrammes wieder zusammenzuführen. Dies bedeute „Kompromisse für alle”. Schneider machte bereits deutlich, dass der „grün-linke Flügel” im Gegensatz zu bisher nun in alle Entscheidungen eingebunden werde. Und in Richtung Fraktion, die bisher den Kuschelkurs mit dem OB und seiner CDU gefahren ist, machte Schneider deutlich, dass es zum Duisburger Haushalt und dem Sparpaket einen Beschluss der Mitgliederversammlung geben wird: Alleingänge der Fraktion soll und wird es nicht geben.
Der neue Vorstand trifft sich bereits am Dienstag zur ersten Sitzung. „Wir wollen mit Volldampf loslegen”, versprach Schneider. Sein Ziel: Das Wahlprogramm der Partei umsetzen und der Partei in Duisburg endlich wieder ein eigenes Profil verleihen.
(Quelle: http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/Linksrutsch-bei-Duisburger-Gruenen-id2463108.html, Artikel vom 01.02.10)








